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Sondermesstechnik

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Ich stelle diesen Begriff "Sondermesstechnik" hier bewusst unter Anführungszeichen, da es dafür keine klare Definition gibt. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Ergänzung zu elektr(on)ischer Standard-Messtechnik, welche relativ schnell eingesetzt werden kann. Im Kontrast dazu hat Sondermesstechnik oft schwer zugängliche Messpunkte oder Messgrößen zum Ziel, manchmal auch gepaart mit der Notwendigkeit einer Bauteil-Modifikation oder gar -Schwächung. Nicht zuletzt kommen die harten Randbedingungen eines realen Systembetriebes hinzu, was im Falle von Verbrennungsmotoren oder Kompressoren je nach Messpunkt natürlich entsprechende Temperaturen, Drücke und Vibration bedeutet. 

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Die Begriffe Messpunkt und Randbedingungen sind eine ideale Überleitung zur thematischen Einbettung der SMT in einen modernen Entwicklungsprozess: In einem solchen zielt man durch Einsatz moderner Simulations-Tools auf eine frühe robuste Systemauslegung (Frontloading). Dafür sind allerdings je nach Komplexität des Simulations-Modells eine ganze Anzahl von Parametern einzustellen (zu kalibrieren), bevor eine robuste Baseline für neue Entwürfe existiert. Messpunkte und Randbedingungen müssen gelegentlich mit dem Simulations-Team verhandelt werden, um eine Messung technisch oder wirtschaftlich möglich zu machen. Auch dafür ist eine firmen-interne Standardisierung von Messplänen sinnvoll. Diese schon bei den ersten Projekten zu erstellen ist ein ehrenwertes Ziel; die Praxis zeigt aber, dass dies etwas mehr Erfahrung und organisatorischen Schmerz benötigt. 

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"Ich möchte meine Erfahrung bewusst auch mit KMUs teilen und ihnen die Methodik von großen Unternehmen zugänglich machen." 

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Zuletzt möchte ich hier noch besonders durch meine aktuellen Erfahrungen mit kleinen Kältekompressoren das Thema Bauteilgröße als Notwendigkeit für modernste Sensor-Technologie veranschaulichen: Durch Nutzung moderner Mikro-Sensoren und Ausnutzung der technischen Möglichkeiten können auch solche Probleme elegant gelöst werden.

Entscheidender Erfolgsfaktor bei Instrumentierung an der Grenze des manuell machbaren ist neben dem passenden Material natürlich der Faktor Mensch. Neben hoher Motivation und Geduld ist auch Kreativität gefragt. Diese Kreativität sollte allerdings ganz am Beginn stehen und in einer konkreten schriftlichen Prozedur  für die anstehende Aufgabe einfließen! Im Idealfall kommt zur Risiko-Reduktion das "Vier-Augen-Prinzip" mit geplanten Prüfschritten zur Anwendung. Zur Diskussion jeder neuen Methode oder Prozess-Änderung empfiehlt sich auch das Prinzip "Advocatus diaboli" in einer kleinen Runde, wo die Idee gegen verschiedene Szenarien verteidigt werden muss; Im Grunde eine schnelle und informelle Version der FMEA. Dieser Aufwand ist wirklich gut investiert! 


"Ich möchte Sie ermutigen, nicht sofort aufzugeben, wenn man keine Standard-Lösung für Ihre messtechnische Aufgabe findet. Lassen Sie uns kurz darüber reden und kreativ werden!"

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Besonders in den frühen Phasen meiner beruflichen Tätigkeit habe ich einige Publikationen veröffentlicht oder daran mitgewirkt.

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